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Rezensionen

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Kalte Wasser
von Melanie Golding
Mystisch? Märchenhaft? Real? 17. Juli 2019
Lauren Tranter hat gerade ihre Zwillinge Morgan und Riley zur Welt gebracht, da taucht eine junge Frau auf der Neugeborenenstation auf und will ihre Buben gegen die von Lauren tauschen. Lauren schreit nach Hilfe, aber niemand hat die Frau kommen oder gehen sehen und will ihr glauben. Zuhause ist Lauren mit den Beiden völlig überlastet und verkriecht sich im Bett. Von ihrem Mann Patrick kann sie keine Hilfe erwarten. Als sie sich endlich mit ihren Freundinnen in einem Café treffen will, passiert das Unglaubliche: Sie schläft auf einer Bank kurz ein und dann sind die beiden kleinen Jungs weg – entführt. Als Detectiv Sergeant Joanna Harper die Beiden findet und auch eine Frau festgenommen wird, ist sich Lauren sicher: Das sind nicht ihre geliebten Jungs.


Gleich zu Beginn der Geschichte werde ich in die düstere, unheimlich beklemmende Geschichte hinein gezogen. Immer wieder frage ich mich: Ist das real? Spinnt Lauren sich in ihrer Abgespanntheit da was zurecht? Sicher bin ich mir nicht. Denn die Indizien weisen in verschiedene Richtungen. Mal glaube ich, dass Lauren recht hat, ein anderes Mal denke ich, das kann gar nicht sein. So hält mich die Geschichte bis zum Schluss in ihren Fängen.

Bei Lauren hat es etwas gedauert, bis sie mir sympathisch wurde. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit ihrer Verschlossenheit, mit ihrem Verstecken anfangs nicht so viel anfangen konnte. Verstehen konnte ich sie schon. Es ist nicht so leicht mit Zwillingen die ersten Monate des Lebens zu meistern. Noch dazu, wenn man einen Mann wie Patrick hat, der sich von allem zurückzieht und sie an ihm weder körperlichen noch seelischen Beistand hat. Patrick hat meine Sympathien bis zum Schluss nicht erringen können.
Ganz anders Detective Sergeant Joanna Harper. Eine taffe, clevere, engagierte junge Polizistin, die ihrer Spürnase nachgeht, immer auf Laurens Seite steht, sich auch von ihrem Chef nichts sagen lässt und ihre eigenen Nachforschungen anstellt.

Die eingestreuten Ausschnitte vor den Kapiteln aus Sagen, Märchen und Mythen über Zwillinge haben mir sehr gut gefallen.

Falsche Spuren und ein für mich etwas verwirrendes und offenes Ende tragen dazu bei, dass ich mir auch nach dem Ende der Geschichte hierüber noch weiter Gedanken mache.

Eine rätselhafte Geschichte mit authentischen Protagonisten, die mir sehr abwechslungsreiche und spannende Lesestunden geschenkt hat. Ein interessantes Debüt. Ich hoffe, dass ich von Melanie Golding noch weitere Bücher zu lesen bekomme.

Algorithmus
von Wolfgang Glagla
Wer war der Tote wirklich? 17. Juli 2019
von renate
Hauptkommissar Richard Tackert und sein Team bekommen es wieder einmal mit einem Mordfall zu tun. Die Wohnung, in der Dieter Kunze gefunden wurde, gehört der Immobilienfirma WOMOVA, die wiederum froh ist, dass es einen Mieter weniger gibt. Denn die versuchen bereits seit längere Zeit mit unlauteren Mitteln, die noch in dem Haus verbliebenen Mieter, zu vertreiben. Natürlich kann niemand einen wirklichen Beweis dafür bringen, dass die WOMOVA tatsächlich darin verwickelt ist. Tackert und seine Kollegen sind auch verwirrt, warum der Tote eine Menge Geld und eine Waffe in seinem Safe hatte. Als sie aber dann noch vom BKA aufgefordert werden, nicht zu tief in der Vergangenheit von Dieter Kunze nachzuforschen, werden Tackert und seine Mitarbeiter hellhörig. Und schon bald gibt es im Grunde drei Fälle, bei denen Tackert und seine Kollegen auf Spurensuche gehen.
,, Algorithmus´´ ist bereits der 8. Band aus der Richard Tackert Reihe, in der der Autor Wolfgang Glagla, den nun mehr fast 60 jährigen Hauptkommissar gemeinsam mit seinen Kollegen wieder auf Mördersuche schickt. Die Hauptprotagonisten sind ja schon gut bekannt und sie sind wie immer sympathisch und haben auch immer wieder einen kleinen Scherz auf den Lippen. Dieses Mal erscheint Richard, vielleicht ob seines baldigen runden Geburtstages, ungewohnt nachdenklich und er beschäftigt sich mit vielen Dingen wie den Klimawandel oder der Freitags Demonstration. Auch bekommen seine Goldfische neue Fische dazu, weil man dabei gut meditieren kann. Trotzdem ist er, so wie sein Team sehr fokussiert, wenn es um die Aufklärung eines Falles geht und selbst wenn es Widerstände gibt, versucht er diese zu überwinden. In dem Roman hat der Autor mehrere, auch sehr sensible Themen zu einer Geschichte verarbeitet. Aber auch aktuelle Ereignisse finden in der Geschichte immer wieder eine Erwähnung. Trotz Spannung gibt es immer wieder auch recht humorvolle und witzige Szenen, die man gerne mit einem Augenzwinkern betrachtet. Mir gefällt die Reihe rund um Richard Tackert, weil sich der Autor immer wieder interessante Geschichten einfallen lässt, weil es menschliche Geschicksale gibt, die nicht aus der Luft gegriffen sind und weil auch der Humor nicht zu kurz kommt. Und weil die Kommissare sympathisch sind und man sich als Leser freut , wenn es mit ihnen weitergeht.

Zeit aus Glas
von Ulrike Renk
Bewegende Fortsetzung der Geschichte von Ruth Meyer 17. Juli 2019
Kurz zum Inhalt:
Nach der Pogromnacht 1938 ist das schöne Haus der Familie Meyer größtenteils zerstört. Das Leben für die Juden in Krefeld ist noch schlimmer als bisher.
Auch Ruths Familie hat endlich erkannt, das sie so schnell wie möglich Deutschland verlassen müssen - doch das Visum für Amerika gilt erst in 3 Jahren. Was also tun bis dahin?
Nachdem auch noch Ruths Vater Karl verhaftet wurde, nimmt Ruth all ihren Mut zusammen und will versuchen, alleine und auf eigene Faust ins Ausland zu kommen, um so ihre Familie retten zu können...


Meine Meinung:
"Zeit aus Glas" ist der zweite Teil der Reihe nach wahren Begebenheiten um die jüdische Familie Meyer kurz vor dem Zweiten Weltkrieg; im Vordergrund steht die Tochter Ruth.
Dieser zweite Teil handelt von Ruths Jugend 1938 und 1939, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Geschichte knüpft nahtlos am ersten Teil "Jahre aus Seide" an und beginnt in der Reichskristallnacht, in der das Haus der Meyers großteils zerstört wurde.

Der Schreibstil ist ruhig und authentisch mit viel direkter Rede. Die dramatische Familiensaga beruht ja auf den Tagebucheintragungen von Ruth und auf Interviews mit Ruths Familie.
Beim Lesen spürt man richtig die Angst, Beklemmung und die Hoffnungslosigkeit. Die Atmosphäre und die laufende Bedrohung durch die Gestapo sind authentisch eingefangen. Die Emotionen haben sich förmlich auf mich übertragen. Die Grausamkeiten, die den Juden angetan wurden, waren einfach nur schrecklich - und die Hilfestellung der Juden gegenseitig - und auch von einigen Ariern - hat mich tief beeindruckt. Allen voran muss ich wieder die Familie Aretz nennen (Hans Aretz war Karl Meyers Chauffeur), die sich für die Meyers einsetzen und unter der Bedrohung der eigenen Sicherheit helfen, so gut es geht.
Und dann ist da natürlich Ruth, ein junges Mädchen zu Beginn des Erwachsenwerdens, die all ihren Mut zusammennimmt und ihre Hartnäckigkeit dazu einsetzt, um ihre Familie in Sicherheit bringen zu können.
Das Buch endet leider mit einem fiesen Cliffhanger, bei dem man als Leser unbedingt sofort den nächsten Band zur Hand nehmen will um zu erfahren, wie es mit der Familie Meyer weitergeht!

Zu Beginn der Geschichte gibt es ein informatives Personenregister. Das Nachwort zum Schluss enthält interessante und wichtige Informationen über die Geschichte der Familie Meyer, und welche Teile der Geschichte belegt sind und auf der Wahrheit beruhen.


Fazit:
Emotionale und dramatische Fortsetzung der Familiensaga nach einer wahren Begebenheit, die mich in ihren Bann gezogen hat. Ich bin schon sehr neugierig auf den dritten Teil!

DaDort Wo Du DortDa bist
von Johann Wendelin Heiß
Gelungener hintergründiger Nonsense 17. Juli 2019
Leseprobe:
Hafuzn erschien kurzsockig und ungebremst in Kreizls Wohnhöhle und knallte gegen die Badezimmertür, die darob entangelte und den ungefederten Blick auf das Schambad der Bewohnerin preisgab. Kreizl entspannte, was das Zeug hielt, sich, verzweifelt um Stabilität bemüht. Hafuzn schnäuzte sich derart hemmungslos in sein mitgebrachtes Nachthemd, dass Kreizls Badewasser zum Verdampfen anhub. Ein ungezeugter Nachbar krallte sich auf so ebensolche Weise in sein Bettlaken, dass seine Katze das Miauen einstellte und nur mehr mit einem rotzigen fremdsprachigen „Mäh“ unterwegs war, was wiederum den Mähdrescher auf den Plan rief. Hafuzn seinerseits stöhnte im Hausflur „Magst du noch?“, woraufhin sämtliche vorhan-denen Hausbewohner verzweifelt den jeweiligen Toilettenschlüssel heimsuchten, um den Kelch dieser Schmach an sich vorbeischlendern zu lassen. Kreizl warf sich zitternd in ihre Haus- und Hofhose, nicht wahrnehmend, dass seinerzeit Erzkönig Lubido der Gewappelte die ungezügelte Verrichtung exlibidonistischer Gebärden und Handhabungen in den finsteren Ecken seines Vorhofs der Vernichtung anheimstellte. Seither durfte Kreizl nicht mal mehr in der Hofhose ins Haus, auch nicht in einer Vorhofhose, deren Erscheinen in Kürze sehnlichst erwartet wurde. Trotzdem war sie froh, nicht mehr bei der Ausscheidung antreten zu müssen (hä?); fast kein Mann hätte sich nicht noch mehr für sie desinteressiert.
Noch Fragen? Vielleicht zum Begrüßungsgemetzel bei Verwandtenbesuchen? Über das Verhältnis der Anzahl der Kontinente zu der der Inkontinenten? Zum Verhalten bei drohender Demenstruation einheimischer Sukkulenten? Oder zur Schöpfungsgeschischte des nacholym-pischen Brustkraulens (s. Hadulump)? Wie wäre es mit Fragen zur Defäkalisierung bestimmter popolitischer Parteien? Zur gnadenlosen Ästhetik der heruntergelassenen Windhosen?
Packen wir’s aus!
……………………………………………..
Das allzu bekannte bogenbrunzende Tapetenschwein verpritschelte seinen ontologischen Warzenzusatz im faltengesteuerten Niederfrequenzporno. Heftig vor sich hinduftend stand ein einsamer Morgenlatte-Macho auf dem Tresen bei der Weltmeisterschaft der rechtsdrehenden Tatterkreisklasse im Windelweitwurf, angesagt. Angesagt? Angesagt war überhaupt nix. Nicht einmal abgesagt ist es worden, das trübgärige Bescheuerungsevent (da haben wir ihn wieder, den Scheuer!).
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Starke Frauen 17. Juli 2019
von zenzi
Der Roman hat mich sehr in den Bann gezogen, einmal angefangen und ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Obwohl die Ereignisse im Kloster bald sehr eindeutig und furchtbar waren, hat man immer mit den Frauen mitgezittert, mitgelitten und die Hoffnung auf eine Flucht nicht aufgegeben. So musste man auch die Hälfte des Buches mitleiden - für mich nur die Hälfte der Erzählung, für viele Frauen aber das ganze Leben! Und alles zum Heilen und Wohl der gefallenen Seele! Wer kann solch eine verdrehte Ansicht billigen oder verstehen? Die Freude an der Macht, wehrlose Frauen zu demütigen, auszubeuten, zu schlagen, die lüsterne Begierde der Priester - diese Maßnahmen sollen die geschundenen Frauen besser machen?
Aufregend gestaltete sich dann auch die Flucht und das schwierige Leben in der Freiheit aber mit der Angst, wieder gefangen zu werden und auch der Sorge nicht zuverhungern. Außerdem geraten sie in die Wirren des irischen Bürgerkrieges...historisch sehr interessant.
Ein wirklich erstaunlicher Roman mit den schrecklichen Erlebnissen der jungen Frauen. Leider ist die Realität nicht besser und so ist die Erzählung mutig und aufrüttelnd auch in unserer Zeit.

Das Rosenpalais
von Anna Jonas
Ausbaufähig 16. Juli 2019
von manu63
Das Rosenpalais ist der Einstiegsband zur Die Chocolatier Familie Reihe der Autorin Anna Jonas. Sie lässt den Leser teilhaben am Familienleben der Familie Dorn. Hauptsächlich steht im ersten Band Eleonora genannt Ella Dorn im Mittelpunkt. Nachdem ihre Eltern verstorben sind und ihr Bruder, durch den Krieg geschädigt, nicht in der Lage ist sich um die Familienfirma zu kümmern rafft sich Ella auf um die Firma zu retten. Dabei nutzt sie auch durchaus unkonventionelle Methoden um ihre Ziele zu erreichen.

Die Lage der Frauen in den 20er Jahren spielt dabei eine Rolle und auch Eric, Ellas Bruder muss sich zusammen reißen um Ella zu unterstützen. Der Schreibstil ist eher ruhig und spannende Höhepunkte sind dezent gesetzt, vielmehr ist es eine Familiengeschichte die durch die recht unterschiedlichen Charaktere der Familienmitglieder und deren Freunde geprägt ist. Dabei habe ich die rechte Tiefe bei den Hauptfiguren vermisst und ich hätte gerne mehr Hintergrundwissen gehabt. So ist es eine nette Familiengeschichte mit mehr Spannungspotential als bisher vorhanden. Ich hoffe das die nächsten Bände mehr Tiefe und mehr Spannung haben, dann könnte es eine sehr gute Reihe werden.

Das Herz aus Eis und Liebe
von Renée Ahdieh
Im Vergleich zu Band eins ging der rebellische Charme etwas verloren 16. Juli 2019
"Das Herz aus Eis & Liebe" ist der zweite Teil der Samurai-Dilogie und schließt an "Das Mädchen aus Feuer & Sturm" an. Spielte der erste Teil noch schwerpunktmäßig im Wald, wo sich Mariko beim Schwarzen Clan einschlich, ist sie nun im Palast angekommen, um Prinz Raiden wie geplant zu heiraten. Während Roku, Raidens Bruder und neuer Kaiser, Okami foltert und Mariko eine Verbindung zum Schwarzen Clan nachweisen will, versucht sie, die Rolle des vertrauenswürdigen Opfers der Entführung zu spielen und Okami heimlich zur Flucht zu verhelfen. Doch auch der Schwarze Clan bleibt derweil nicht untätig, allen voran Yumi, die Schwester des Clanführers. Und im Hintergrund zieht jemand noch viel Mächtigeres seine Fäden im Spiel um die Macht.
Oh, was war ich nach Band eins neugierig auf die Fortsetzung! Endlich erfährt man, wer den Überfall auf Mariko geplant hatte und mit welchem Ziel. Leider muss Mariko jetzt meistens die Rolle der unterwürfigen Frau spielen, um im Palast nicht aufzufallen. Ihr Stärke liegt nun im Erkennen von Intrigen, Pläneschmeiden und heimlichen Aktivitäten, das Rebellische an ihr geht dadurch etwas verloren. Der starke weibliche Charakter ist diesmal Yumi, die leider nicht allzu häufig vorkommt. Bei den Männern sind vor allem Marikos Bruder Kenshin sowie die Brüder Roku und Raiden interessant, jeder von ihnen macht Charakterentwicklungen durch, welche nicht unbedingt voraussehbar sind. Und auch Magie spielt diesmal eine größere Rolle, zumal auch mehr zu den Hintergründen erzählt wird.
So spannend es auch war, vor allem, was die Hintergründe und die Magie betraf, konnte der zweite Band für meinen Geschmack nicht ganz an den ersten heran reichen. Zwar war die Atmosphäre des fernöstlichen Palastes sowie deren Bewohner wieder ausreichend bildhaft beschrieben, dass ich mir die Szenen beim Lesen vorstellen konnte. Aber die Palastintrigen selbst, die Psychospielchen des Kaisers oder die pubertären Streitereien zwischen Mariko und Okami waren einfach längst nicht so interessant wie die Abenteuer und Charakterentwicklung, welche Mariko zuvor erlebte. Auch war mir die Anlaufstrecke zur großen Entscheidung, bei der sich alles änderte, im Verhältnis zu lang, während am Schluss alles fast schon wie überstürzt wirkte und zuviele Schicksale ungeklärt blieben, wie z. B. die von Yumi und Kenshin.
Der Abschluss der Dilogie klärt viele Fragen und Hintergründe, lässt jedoch zum Schluss viele Schicksale offen und hat im Vergleich ein wenig an rebellischem Charme einbüßen müssen.


Die Maske der Gewalt
von Jennifer B. Wind
Die Maske der Gewalt 16. Juli 2019
von dorli
Jennifer B. Wind beginnt den ersten Band ihrer neuen Thrillerserie mit einem Prolog, der traurig und wütend macht – ein schwer verletzter Junge muss mitansehen, wie seine Mutter von einem Freier getötet wird.

Zeitsprung. Nach den schrecklichen Erlebnissen ist Richard als Pflegekind in einer Zirkusfamilie aufgewachsen und hat seine Bestimmung gefunden. Als geheimnisvoller Mister Domino begeistert er auch heute noch ab und an die Fans; um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet Richard allerdings als Abteilungsinspektor beim LKA Wien.

Richard ist wieder einmal in München und hilft im Zirkus seiner Ziehschwester Sarah aus, als ihn ein Anruf nach Wien zurückbeordert – ein neuer Mordfall erfordert dringend seine Anwesenheit. Gerichtspsychiaterin Theres Lend hat aus der Zeitung von dem Mordfall erfahren und glaubt zu wissen, wer der Mörder ist. Diese Vermutung will sie Richard mitteilen, doch der hat plötzlich ganz andere Sorgen: Während seiner Ermittlungen in Wien hat er ein Video erhalten, dass seine gefesselte, verletzte Schwester zeigt – Sarah wurde entführt! Richard alarmiert einen Kollegen in München und eilt dann aus Sorge um Sarah und ihre Familie zurück nach Deutschland…

Jennifer B. Wind versteht es ganz ausgezeichnet, den Leser ruckzuck in den Bann ihres Thrillers zu ziehen. Neben dem fesselnden Schreibstil hat mir der vielschichtige Handlungsaufbau besonders gut gefallen. Mehrere Handlungsstränge, unterschiedliche Schauplätze und häufige Perspektivewechsel sorgen für ein lebhaftes und abwechslungsreiches Geschehen. Zusätzlich zur Ermittlungsarbeit gibt es mehrere Intermezzi, in denen der Täter zu Wort kommt und auch die entführte Sarah berichtet in einigen Abschnitten, was sie erdulden muss. Außerdem werden die persönlichen Hintergründe der Akteure beleuchtet und es gibt ein paar Rückblenden, die dem Leser Einblick in Richards Vergangenheit gewähren.

Die Kriminalfälle sind sehr spannend. Themen wie Computerspielsucht, häusliche Gewalt und Drogenmissbrauch spielen darin eine Rolle. Die Morde in Wien und Sarahs Entführung in München werfen im Handlungsverlauf immer neue Fragen auf, die nicht nur reichlich Platz zum Miträtseln und Mitgrübeln über Motive, mögliche Zusammenhänge und die Identität der Täter bieten, sondern zudem dafür sorgen, dass die Sogwirkung der Geschichte bis zur letzten Seite nicht abreißt.

Obwohl die aktuellen Fälle am Ende des Buches gelöst sind, gibt es einige Hinweise, die die Spekulation anheizen, dass es im Hintergrund doch noch ein paar lose Fäden gibt. Außerdem hat Richard sein Ziel, den Mörder seiner Mutter zu finden, noch nicht erreicht. Zwei Aspekte, die mich mit Spannung die weiteren Bände der Richard-Schwarz-Serie erwarten lassen.

„Die Maske der Gewalt“ hat mir sehr gut gefallen - ein Thriller, der mit interessanten Charakteren und einer fesselnden Handlung zu überzeugen weiß.

Flug und Angst
von Stephen King; Bev Vincent
Gelungene Anthologie mit versch. Genres und Autoren zum Thema Flug-Horror 16. Juli 2019
Nichts ist Stephen King ein größerer Gräuel, als fliegen zu müssen. Zusammen mit Mitherausgeber Bev Vincent teilt er nun seine Flugangst mit seinen Lesern. Die Anthologie versammelt alles, was gründlich schiefgehen kann, wenn man sich auf 30.000 Fuß Höhe mit 500 Knoten in einem Metallgefährt (einem Sarg?) durch die Lüfte bewegt. Flugreisen verwandeln sich hier schnell in Albträume, auf die man nie im Leben gekommen wäre. Da überlegt man es sich lieber zweimal, ob der Weg zum Ziel nicht in einer letzten Reise mündet ... (Klappentext)

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"Falls ihr eine Reise mit Delta, American, Southwest oder einer anderen Fluggesellschaft vorhabt, seid ihr gut beraten, wenn ihr ein Buch von John Crisham oder Nora Roberts mitnehmt statt dieses. Aber selbst wenn ihr euch auf sicherem Boden befindet, solltet ihr euch gut anschnallen."
(S. 16)

Hier hält man eine Anthologie von Horror- und Thriller-Storys in den Händen, welche sich rund um das Thema Flugreise drehen, ergo - die ideale Sommerlektüre kurz vor oder während einer geplanten Flugreise, um so richtig in Stimmung zu kommen *g*.

Eingeleitet werden diese Kurzgeschichten durch ein Vorwort von Stephen King, neben Bev Vincent der Herausgeber dieses Buches. Hier wird übrigens schnell klar, dass King alles andere als ein Freund von Flugreisen ist. Die einzelnen Storys werden ebenfalls von einem kurzen Vorwort von King eingeleitet, quasi ein Mini-Klappentext aus der Feder des Master of Horror.

Und nun möchte ich Euch jede einzelne Story grob vorstellen, damit Ihr wisst was Euch erwartet.

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1. "Cargo" von E. MIchael Lewis

Wir schreiben das Jahr 1978 und befinden uns an Board eines Lastflugzeuges, welches normalerweise Soldaten, Fallschirmspringer und militärische Ausrüstung der Amis transportiert. Diesmal ist die Fracht etwas anderes, denn es werden Särge von Panama in die USA geflogen. Mit dabei Hernandez, ein junger Mann, der seinen ersten Auslandseinsatz hinter sich hat und mit einer postraumatischen Belastungsstörung in die USA zurückgebracht wird, die Krankenschwester Pemry und der Ich-Erzähler Tech Sergeant Davis, der für die Bewachung der Ladung zuständig ist. Hernandez scheint auf dem Flug durchzudrehen, denn er ist sich sicher die Toten aus den Särgen singen zu hören. Doch liegt es an seinem psych. Trauma oder ist die Fracht wirklich lebendiger als angenommen?
- Hier habe ich mir etwas mehr erwartet.

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2. "Das Grauen der Höhe" von Sir Arthur Conan Doyle

Der Schöpfer von Sherlock Holmes hat sich auch gerne mit paranormalen Themen und Erfindungen beschäftigt und so erschuf er auch die ein oder andere Schauergeschichte, welche beides verband.
Diese Erzählung erschien 1913, als Flugzeuge noch nicht höher als 12.000-18.000 Fuß flogen und er sich vorstellte was in noch größerer Höhe existieren könnte und was passiert, wenn ein Flugzeug mit diesem zusammentreffen würde.
- Doyle wäre auch ein genialer SciFi-Autor gewesen.

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3. "Albtraum auf 20.000 Fuß" von Richard Matheson

Auch dies ist ein Klassiker, wenn auch jüngeren Alters. Diese Story erschien ursprünglich 1961 und beinhaltet DEN Flughorror schlechthin. Ein Wesen, welches sich an der Tragfläche zu schaffen macht ... oder war es doch nur eine Wahnvorstellung aufgrund eines Nervenzusammenbruchs?
- Eine wirklich furchterregende Story

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4. "Die Flugmaschine" von Ambrose Bierce

Nur eine halbe Seite auf der ersichtlich ist, wie skeptisch Bierce gegenüber Flugmaschinen war.
- Kurz und knapp, trotzdem bekommt man einen guten Eindruck in das Denken der Menschen von früher.

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5. "Luzifer!" von E.C. TUBB

Was würdet Ihr machen, wenn Ihr mit einem Klick die Zeit um 1 Minute zurückdrehen könntet? Zu jeder Zeit und immer wieder? In 60 Sekunden kann so manches passieren und so manches kann man rückgängig machen. Unser Protagonist hat so einen Gegenstand und was das mit Flug und Angst zu tun hat lest Ihr am besten selbst.
- Es sei nur so viel gesagt: Abgefahren!
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6. "Die fünfte Kategorie" von Tom Bissell

Ein Anwalt der Regierung, welcher für die Gesetze der "erweiterten Verhörmethoden" in bestimmten Fällen zuständig war und sich dadurch mit Menschenrechtsaktivisten rumschlagen muss, bekommt seine Gesetzesentwürfe zu spüren ... auf dem Rückflug nach einer dieser Sitzungen für Menschenrechte.
- Eine äußerst beklemmende Story

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7. "Zwei Minuten fünfundvierzig Sekunden" von Dan Simmons

Eine Story von Dan Simmons darf in so einer Anthologie natürlich nicht fehlen. Dieser Autor ist in fast jedem Genre zu Hause. In dieser Story beschäftigt sich jemand mit Höhenangst, was sich in dieser Zeit ereignen könnte, während eines Fluges bis ... An was würdet Ihr eigentlich denken, wenn ein Flugzeug mit Euch an Board ...?
-Atmosphärisch und beklemmend zugleich; ein Simmons eben.

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8. "Diablitos" von Cody Goodfellow

Ruyan Rayborn III. ist Kunstschmuggler. Diesmal hat er ein ganz besonderes Artefakt in seiner Reisetasche, welches er durch den Zoll und somit in die Staaten schmuggelt. Wenn er gewusst hätte, welch gefährliches Ding in seinem Besitz ist, hätte er es sich 3x überlegt. Damit ist er nun ein äußerst gefährlicher Fluggast - gefährlich für alle anderen und tödlich.
- Danach beobachtet man wohl jeden Fluggast um sich äußerst skeptisch.

"Eilig stopfte Ryan seine Tasche voll, steckte sein Bargeld ein, wandte sich um, hastete die kaputte Rolltreppe hinauf und lief schließlich durch ein langgestrecktes, größtenteils unbeleuchtetes Terminal zu seinem Flugsteig, bevor er bemerkte, dass seine Papiere von Speichel verklebt und mit Blut besprenkelt waren."
(S. 182)

9. "Luftangriff" von John Varley

"Luftangriff" ist ein SciFi-Klassiker aus dem Jahr 1977, welcher 1983 zum Roman "Millenium" ausgebaut und 1989 verfilmt wurde. Manchen dürfte die Story also als "Millenium - Die 4. Dimension" bekannt sein. Eine geniale SciFi-Story über Zeitreisende aus der Zukunft und eine Flugzeugkollision in der Gegenwart.
- Nach dieser Story MUSS ich das Gesamtwerk unbedingt lesen"

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10. "Freigabe erteilt" von Joe Hill

Der Sohn von Stephen King hat diese Kurzgeschichte eigens für "Flug und Angst" geschrieben und die hat es wirklich in sich. Stellt Euch vor Ihr sitzt im Flugzeug und unter Euch bricht der 3. Weltkrieg aus...
- Geniale Story, genialer Schreibstil!

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11. "Kriegsvögel" von David J. Schow

Auch hier ist Krieg das Thema. Es erzählt uns ein alter Mann, einst Mitglied des 44. Bombengeschwaders der Air-Force, wie es im 2. Weltkrieg war und was dieser aufgeweckt hat. Hier bekommt man nicht nur eine detailierte Darstellung der Bombenflüge über Deutschland, welche selbst mich fesseln konnte. Es versteckt sich eine traurige Message zwischen den Zeilen.
- fesselnd und beklemmend

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12. "Die Flugmaschine" von Ray Bradbury

Ray Bradbury ist wohl jedem ein Begriff, der im Genre SciFi und Phantastik liest. Der Autor von "Fahrenheit 451" und "Die Mars-Chroniken" beweist mit dieser kleinen Story, dass er selbst auf nur 8 Seiten die Leserschaft zu fesseln weiß.
- Spannend und nachdenklich stimmend

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13. "Zombies im Flugzeug" von Bev Vincent

Natürlich darf auch keine Zombieapokalypse fehlen und hier ist ein Flug in ein sicheres Land der letzte Ausweg einer kleinen Gruppe. Diese Kurzgeschichte ist von einem der Herausgeber.
- Die Story hätte ruhig etwas länger ausfallen können, denn als diese endet, scheint es erst so richtig spannend zu werden.

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14. "Alt werden sie nicht" von Roald Dahl

Roald Dahl ist vor allem für seine Kinderbücher, wie z.B. "Charlie und die Schokoladenfabrik" bekannt, doch er war allgemein ein begnadeter Geschichtenerzähler, wie diese Story beweist. In dieser ist ein Kampfpilot zwei Tage verschollen. Jeder war sich sicher er wäre abgeschossen worden, als er plötzlich landete als wäre nichts geschehen. Seiner Meinung nach hat er jedoch nur eine Stunde für den Erkundungsflug gebraucht.
- Tolle Erzählkunst

"Es herrschte Spannung im Raum, eine feine, hohe Spannung, weil es hier zum ersten Mal um etwas ging, was weder mit Kugeln noch mit Feuer, noch mit Motorkotzen oder geplatzen Reifen oder Blut in der Kabine, weder mit gestern noch mit heute oder auch mit morgen etwas zu tun hatte."
(S. 342)

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15. "Mord im Himmel" von Peter Tremayne

Ein hochrangiger Firmenchef scheint auf der Boardtoilette eines Flugzeugs Suizid begangen zu haben. Dem Flugkapitän kommt dies jedoch etwas merkwürdig vor, denn die Waffe ist unauffindbar. Zum Glück sind der Kriminologe Dr. Fane und sein Freund Dr. Ross, Pathologe, unter den Fluggästen und sie nehmen sich dieses Falls an.
- Klassischer Krimi mit überraschender Auflösung

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16. "Ein Fachmann für Turbolenzen" von Stephen King

Auch Stephen King hat eigens für dieses Buch eine Story verfasst und dies ist eine typische King-Story (wenn auch nicht mit seinen früheren Kurzgeschichten zu vergleichen). Man weiß nicht wohin einem der Autor führt bis man mitten drin steckt und einem am Ende eine überraschende Auflösung erwartet.
- Haltet Eure Kotztüten bereit, denn es wird turbolent

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17. "Im Fall" von James Dickey

Lyrik über eine Stewardess, welche sich im freien Fall befindet. Wer hätte gedacht, dass Lyrik schön und beklemmend zugleich sein kann.
- Das hat mich regelrecht mitgerissen


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Wie Ihr also seht tummelt sich hier eine bunte Mischung an klassischen und zeitgenössischen Autoren und einige davon sind uns Lesern durchaus bekannt. Nicht jedoch diese Schmankerln an Kurzgeschichten, welche von den beiden Herausgebern Stephen King und Bev Vincent ausgegraben wurden.
Weiters ist hier für jeden Geschmack etwas dabei - Horror, Sci-Fi, Phantastik und Weird Fiction, Thriller and Crime und sogar ein lyrisches Werk. Für Gänsehaut und spannende Unterhaltung ist hier also gesorgt.

Im Anschluß ist noch ein Nachwort von Bev Vincent und ein ausführliches Quellenverzeichnis enthalten.

Fazit:
Zugegeben, nicht jede einzelne Story konnte mich völlig mitreißen oder mir die Nackenhaare aufstellen, doch ich fühlte mich durchwegs gut unterhalten und huschte von einer Story zur nächsten. Wer also keinen Bock auf eine happypeppi Sommerlektüre hat und stattdessen Spannung uns Gänsehaut bevorzugt, ist mit diesem Buch gut bedient.
Ich empfehle dieses Buch am besten vor oder während eines Fluges zu lesen. Wenn schon Nervenkitzel, dann richtig *g*.

"Ach, und falls ihr mal sehen solltet, wie jemand dieses Buch in einem Flughafen oder - noch besser - in einem Flugzeug liest, macht bitte ein Foto und schickt es uns."
(S. 431)

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe)

Shortest Way Home
von Pete Buttigieg
Autobiografie eines US-Politikers 16. Juli 2019
Trotz des Titels ist Shortest way home von Pete Buttigieg auf Deutsch und es ist die Autobiografie des 37 Jahre jungen demokratischen Präsidentschaftskandidaten.
Eigentlich erstaunlich, dass ein so junger Politiker schon seine Autobiografie veröffentlicht, aber es ist natürlich ein geeignetes Mittel, sich den Wähler besser vorzustellen.
Das funktioniert auch, da Kindheit und Jugend sowie erste politische Erfolge als Bürgermeister auf persönliche Art dargestellt sind, die auch glaubhaft sind.
Der Untertitel des Buches lautet Meine Vision für die Zukunft Amerikas.
Diese Vision ist nicht genauer spezifiziert, er legt sich nicht fest, verweist mehr auf seine Erfahrungen als Soldat und Erfolge als Bürgermeister von South Bend in Indiana.
Ein politisches Sachbuch bekommt man nicht, aber die Innensichten eines repräsentativen US-Politikers sind interessant genug.
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